April5
Ich höre gerade einen Song von Neil Young, der sehr viel Bedeutung für mich hat. Heart of gold…
Wann immer ich einen Song von ihm höre, egal welchen, muss ich an einen ehemaligen Professor von mir denken. Nicht nur, weil dieser ein großer Fan von Neil war, sondern weil er ihm extrem ähnlich sah. Das gleiche grau, blonde Haar und die selben lächerlichen Koteletten.
Mein ehemaliger Prof war (und ist sicher noch) ein fanatischer Musikliebhaber und verehrte die alten Helden… Tom Petty, Neil Young, Tom Waits, Bob Dylan und wie sie alle heißen mögen. Er war sogar so begeistert, dass er neben seinem Lehrauftrag und seinem Job noch für Lieberberg arbeitete, um bei entsprechenden Events Backstage sein zu können. Ein echter Groupie sozusagen. Er schrieb sogar mehr als ein Buch über seine Helden.
Das alleine machte diesen Prof schon kultig für mich. Doch auch die Tatsache, dass er, als einer der wenigen, dazu anregte selbständig zu denken und Lösungen outside the square zu suchen.
Dies hat mich sicherlich nicht geprägt, da ich schon immer eine Verfechterin solcher Ansätze war, doch es hat mich darin nur noch bestätigt. Zudem waren seine Vorlesungen eine echte Abwechslung zum sonstigen BWL Kram, dem ich mich unterzog.
Leider musste dieser Prof meine Uni nach einiger Zeit verlassen. Es kam nichts vergleichbares an seiner Stelle nach und so wurden Vorlesungen wieder zu dem was sie waren… zu Vorlesungen. Schade eigentlich, denn die letzten Semester habe ich nur noch zu Klausurzeiten an der Uni verbracht und ging kaum noch zu Vorlesungen.
Was ich mit all dem sagen will….
Es fällt mir, je älter ich werde, mehr und mehr auf, wie wenig Leute mit Herz und Seele bei ihrer Arbeit sind und das lieben, was sie tun. Worin liegt da der Sinn? Wir verbringen mehr als die Hälfte unseres Tages mit Arbeit, wieso also tun die meisten von uns etwas, das ihnen keinen Spaß macht? Und weshalb ändern sie nichts daran?
Merkwürdig oder? Und keine Angst ich empfehle nun keine schlauen Sprüche, wie: “Macht was daraus, ihr habt nur dieses Leben”. Quatsch… Ich weiß, wie schwer es ist auch nur kleine Steps in seinem Leben zu ändern. Aber komisch ist es schon…
So, und nun leg ich mich ins Bett und höre noch ein wenig Musik. Gute Nacht!
(Keine Angst ich bin nicht melancholisch, nur extrem relaxt…. Dies war Fudge live, nachdem sie einige Sangria und drei Gin Tonic hatte! *lach*)