Saturday Sofa Surfer

fudge [fʌdʒ]: karamellähnliche Süßigkeit aus Butter, Zucker und Milch
to fudge - talk nonsense (Amer.): Unsinn reden
Was hört Fudge eigentlich für Musik so auf der Arbeit…
Come and listen:
In den letzten Tagen bin ich emotional so ziemlich am Ende
In wenigen Tagen hätte mein Bruder seinen 43. Geburtstag. Letztes Jahr hat er zum ersten Mal seit langen Jahren seinen Geburtstag wieder gefeiert. Mit seiner Freundin und unseren Eltern zusammen, saßen sie im Garten und er präsentierte einen bayrischen Abend. Ich war nicht dabei. Ich war in Hamburg. Ich habe nicht mal mit ihm telefoniert, da er seine Nummer gewechselt hatte und ich diese nicht wusste. Ich hab ihm eine Mail geschrieben. Ich habe nicht einmal meine Eltern angerufen und sie gebeten mich doch einfach mal durchzustellen. Ich frage mich bis heute wieso. Was war an diesem Tag in meinem Leben so wichtig, dass ich nicht einmal mit ihm telefonierte.
Er hat mich einige Wochen später zu meinem Geburtstag angerufen. Doch ich war in Wien und hatte mein Handy nicht gecheckt. Das war das letzte Mal, dass ich seine Stimme hörte. Ich habe die Nachricht noch immer auf meinem Handy.
Klar wir schrieben uns Mails. Noch wenige Tage vor seinem Tod schrieben wir uns und flachsten herum. Doch ich frage mich noch heute, weswegen ich nicht einmal anrief an seinem Geburtstag. Ich fühle mich schuldig und was würde ich nicht alles tun um ihn in diesem Jahr einfach anzurufen und ihm zu seinem Geburtstag ein Happy Birthday in den Hörer zu rufen.
Meine Eltern feiern seinen Geburtstag in diesem Jahr, mit einem bayrischen Abend. Sie fragten mich ob ich komme, doch ich bringe es nicht fertig. Es fällt mir ungemein schwer überhaupt in meine Heimat zu fahren. Ich wäre gerne an diesem Tag für meine Eltern da und würde ihn so gerne Halt geben und Trost spenden, doch ich bringe die Kraft dazu nicht auf. Seit Tagen schon kämpfe ich fast jeden Abend um meine Fassung. Gleichzeitig frage ich mich täglich, wie oft wir alle noch gemeinsam zusammenkommen. Was wenn ich nächstes Jahr da stehe und denke, hätte ich doch nur. Man verliert sich so leicht aus den Augen, auch wenn es um die eigene Familie geht. Alltag, Stress, Job, eigene Bedürfnisse…
Ich versuche den 11. September zu überstehen und mir ist Angst, wenn ich auch nur ansatzweise an seinen ersten Todestag denke im Oktober. Ich bin jetzt schon so fertig, das kann doch nicht noch schlimmer werden. Doch ich weiss genau, es wird noch schlimmer. Ich hoffe so sehr, dass es irgendwann einfacher wird.
Ich vermisse ihn so sehr.

Die letzten Wochen waren hart.
Ich war völlig überarbeitet, ausgebrannt und leer. Urlaub nur fern am Horizont zu erkennen. Wenn man sein eigener Chef ist, mag man das ja nicht so gerne, es könnte ja etwas passieren, während man nicht im Büro ist. Doch irgendwann hat es klick gemacht und ich musste einfach Urlaub planen. So ging es mit mir nicht mehr weiter. ich konnte mich nicht mehr konzentrieren, nicht mehr abschalten, war völlig unkreativ und nervlich auch nicht im gewohnten Lässigkeitsbereich.
Gegen Ende Juli war es dann soweit und ich flog für zwei Wochen nach Australien. Die alte Heimat! Wenn ich irgendwo Spaß haben und mich völlig fallen lassen kann, dann in Melbourne.
Es war herrlich. Bis auf 2-3 Tage habe ich meine Mails nicht gecheckt. Ich hatte lediglich 2 Teammeetings über Skype und habe ansonsten ÜBERHAUPT NICHTS gemacht. Ich war shoppen, bei der Massage, bei der Kosmetik… Frauenkram eben zu dem ich sonst fast nie komme. Ich habe jede Menge Freunde und Bekannte getroffen und hatte insgesamt eine klasse Zeit.
Und oh Wunder: Nach nur einer Woche sah ich plötzlich wieder viel besser aus. Viel gesünder. Viel entspannter und erholter.
Der Abschied fiel mir sehr schwer. Wieder einmal fragte ich mich, warum ich eigentlich noch immer in Deutschland bin und nicht schon längst die Biege gemacht habe… *g *
Immerhin ist mein Visum nun aber wieder verlängert bis Ende 2015, was meinem Antrag auf Permanent Residency noch etwas Aufschub gibt.
Laufen war lange Zeit eine große Leidenschaft von mir… Bis ich nach Hamburg zog.
2009 kämpfte ich zu Beginn noch mit dem Winter und damit, dass ich mich nicht auskannte, wo man in meiner Wohngegend laufen könnte. Dennoch schaffte ich es des öfteren laufen zu gehen.
2010 führte mich in eine neue Wohnung und nahe an den Stadtpark. perfekte Laufvorraussetzungen. Aber irgendwie habe ich es nicht so oft geschafft, den A… hochzubekommen und die Turnschuh zu schwingen.
2011 und ich habe wieder eine neue Wohnung. Immer noch Nähe Stadtpark, aber auch sehr nah an der Alster.
Grund genug jetzt endlich mal Butter bei die Fische zu geben und wieder mit dem Laufen zu beginnen - gesagt getan - und schon habe ich mich für 2 Läufe angemeldet. Beide im Juli.
Ich bin ein absoluter Morgenläufer. Abends bekomme ich die Füße einfach nicht hoch und habe keine Energie mehr. Aber morgends ist alles super. Daher werde ich ab morgen um 6 aufstehen, mich in meine Laufsachen werfen und ein paar Runden drehen. Ich hoffe ich werde morgen nicht den Heldentod sterben. *g* (Habe auch noch gaaanz leicht Schnupfen, was ja nicht so optimal ist)
Ein Anfang ist gemacht und die Motivation da. Schaun wir mal, ob die auch morgen früh noch da ist, wenn mein Wecker klingelt *g*
I’ll keep you posted!