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Mit Rilke durch den Herbst

Posted On Oktober 7, 2006
Oktober 07, 2006

Ich bin in Herbststimmung. Es ist kühl draußen, es regnet hin und wieder, man braucht jetzt eine Jacke. Die Blätter färben sich bunt, der Wind wird jetzt kräftiger. Ich liebe den Herbst.
Dick eingemummelt in eine Decke auf dem Sofa. Ein gutes Buch, ein heißer Tee, oder dick verpackt spazieren gehen. Ach, wie habe ich es vermisst. Und am Abend gemütlich zusammen sitzen, ein Glas neuer Wein und vielleicht Backgammon spielen…
Ich mag den Herbst… sehr!
Und wer könnte den Herbst wohl besser beschreiben als Rilke…

Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
und auf den Fluren laß die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei südlichere Tage,
dränge sie zur Vollendung hin und jage
die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
und wird in den Alleen hin und her
unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.

Rainer Maria Rilke

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